Dienstag, 3. März 2009
Tragische Folgen der Rationalisierung von Fahrkartenverkäufern
joy-d, 22:29h
Tagchen. Oder vielleicht sollte ich sagen, Nachtchen. Abendchen. Es ist 21:03 Uhr, ich sitze an meine Schreibtisch und versuche, mich an meinen neuen Bürostuhl zu gewöhnen. Er ist super bequem, ergonomisch geformt, mein Dozent wäre begeistert (was man von meinem alten AEKI Billigding wirklich nicht behaupten konnte), und viel zu niedrig. Zumindest für einen Zwerg wie mich. Ich wusste ja, längenbenachteiligte Menschen sind die Verlierer des Jahrhunderts. Nicht nur, dass wir Dirk Bach in unseren Reihen begrüßen müssen, oder dass sich 7 (in Worten: sieben!) von uns eine einzige Frau teilen mussten, nein... jetzt stellen sie auch noch Bürostühle her, die zu niedrig sind. Oder Schreibtische, die zu hoch sind. Nennt man das nun Diskriminierung, oder einfach die naturgegebene Auslese von Minderheiten? *lachweg*
Nein, Scherz beiseite, es ist besser, bei der Arbeit mal gerade zu sitzen. Soll ja gut für den Rücken sein. Gut für die Lachmuskeln hingegen ist mein heutiger, gottlob vergangener Tag. Ehrlich, Leute, manche Dinge können nur mir passieren. Und sie sind es sogar wert, dass man sie aufschreibt.
Aber fangen wir von vorne an. Als ich heute morgen meine müden Knochen aus dem Bett quälte, war es ein wunderbarer Tag. Die Sonne schien schon um sieben Uhr morgens, ich war einigermaßen fit, der Kaffee war hervorragend. Es versprach, ein wirklich glänzender Tag zu werden. Aber wer hält heutzutage schon seine Versprechen, wenn wir nicht einmal mehr der Wirtschaft trauen können? Ich musste in die Stadt, ein paar Dinge erledigen, hüllte mich also in entsprechendes Gewand und ging los. Da mein Fahrgeld für die Monatskarte noch nicht da war, lud ich diese geniale Geldkarte meiner EC-Karte auf, um damit am Fahrkartenautomat ein Einzelticket zu kaufen.
Und hier begann das Elend.
An der Haltestelle bemerkte ich, dass ich meine Karte nicht in den Automaten schieben konnte; irgendeine Blitzbirne hatte Pappe in den Schlitz gestopft, sodass der arme Automat meine Karte nicht mehr aufnehmen konnte. Sowas aber auch. Aber effizient, wie der Deutsche so ist, hat auch die Duisburger Verkehrsgesellschaft auf Service gebaut, und auf der anderen Straßenseite, gleiche an der Haltestelle, einen zweiten Ticketautomaten gebaut; der allerdings gar keine Karten nahm, warum-auch-immer. *Der* Schlitz war immerhin frei...
Naja gut, die Sonne schien immer noch, Klein-Joy hatte auch noch ganz gute Laune, und so ging ich einfach eine Haltestelle weiter. Ich hatte ja noch Zeit, und dort würde ich auch zwei Automaten vofinden, die mir mit Freude ein Ticket verkaufen würden; dachte ich. Denn statt eines fröhlichen Lächelns begrüßte mich die dümmlich-matte Oberfläche eines ziemlich toten Touchscreens, und das gleich in Zwillings-Ausführung. Nun war meine gute Laune doch arg gefährdet, als ich sah, dass die Straßenbahn anrollte. "Prima", dachte ich, "dann fährst du eben schwarz, ist ja nicht so, als hätte ich es nicht versucht!"
Prompt lief ich einem Fahrscheinkontrolleur quasi in die Arme... war ja klar... der Plastiksitz unter meinem Hintern war noch nicht warm, als der gute Mann mich auch schon fragte, ob er mal mein Ticket sehen könne. Wahrheitsgemäß antwortete ich: "Nein, ich habe keins, und ich kann Ihnen auch sagen, warum!" Ich erzählte ihm die ganze Geschichte, während er meine Personalien aufnahm und mir natürlich kein Wort glaubte. Meine gute Laune war zur Hölle gefahren, aber ich gab mich nicht geschlagen. Ich ging zur Hauptstelle der Duisburger Verkehrsgesellschaft und erzählte alles gleich noch einmal. Ein kurzer Anruf bei der Störungsstelle bestätigte der netten Mitarbeiterin meine abenteuerliche Oyssee, und so wird mein Bußgeld storniert. So etwas kann wirklich nur mir passieren!
Das wirklich Ironische an der Geschichte ist, dass ich zuhause noch ein Stempelticket hatte, dass ich natürlich erst fand, als ich zurückkam. Und hätte ich nur ca. zwei Stunden gewartet, hätte ich mir auch gleich meine Monatskarte kaufen können... denn da war das Fahrgeld gebucht...
Nein, Scherz beiseite, es ist besser, bei der Arbeit mal gerade zu sitzen. Soll ja gut für den Rücken sein. Gut für die Lachmuskeln hingegen ist mein heutiger, gottlob vergangener Tag. Ehrlich, Leute, manche Dinge können nur mir passieren. Und sie sind es sogar wert, dass man sie aufschreibt.
Aber fangen wir von vorne an. Als ich heute morgen meine müden Knochen aus dem Bett quälte, war es ein wunderbarer Tag. Die Sonne schien schon um sieben Uhr morgens, ich war einigermaßen fit, der Kaffee war hervorragend. Es versprach, ein wirklich glänzender Tag zu werden. Aber wer hält heutzutage schon seine Versprechen, wenn wir nicht einmal mehr der Wirtschaft trauen können? Ich musste in die Stadt, ein paar Dinge erledigen, hüllte mich also in entsprechendes Gewand und ging los. Da mein Fahrgeld für die Monatskarte noch nicht da war, lud ich diese geniale Geldkarte meiner EC-Karte auf, um damit am Fahrkartenautomat ein Einzelticket zu kaufen.
Und hier begann das Elend.
An der Haltestelle bemerkte ich, dass ich meine Karte nicht in den Automaten schieben konnte; irgendeine Blitzbirne hatte Pappe in den Schlitz gestopft, sodass der arme Automat meine Karte nicht mehr aufnehmen konnte. Sowas aber auch. Aber effizient, wie der Deutsche so ist, hat auch die Duisburger Verkehrsgesellschaft auf Service gebaut, und auf der anderen Straßenseite, gleiche an der Haltestelle, einen zweiten Ticketautomaten gebaut; der allerdings gar keine Karten nahm, warum-auch-immer. *Der* Schlitz war immerhin frei...
Naja gut, die Sonne schien immer noch, Klein-Joy hatte auch noch ganz gute Laune, und so ging ich einfach eine Haltestelle weiter. Ich hatte ja noch Zeit, und dort würde ich auch zwei Automaten vofinden, die mir mit Freude ein Ticket verkaufen würden; dachte ich. Denn statt eines fröhlichen Lächelns begrüßte mich die dümmlich-matte Oberfläche eines ziemlich toten Touchscreens, und das gleich in Zwillings-Ausführung. Nun war meine gute Laune doch arg gefährdet, als ich sah, dass die Straßenbahn anrollte. "Prima", dachte ich, "dann fährst du eben schwarz, ist ja nicht so, als hätte ich es nicht versucht!"
Prompt lief ich einem Fahrscheinkontrolleur quasi in die Arme... war ja klar... der Plastiksitz unter meinem Hintern war noch nicht warm, als der gute Mann mich auch schon fragte, ob er mal mein Ticket sehen könne. Wahrheitsgemäß antwortete ich: "Nein, ich habe keins, und ich kann Ihnen auch sagen, warum!" Ich erzählte ihm die ganze Geschichte, während er meine Personalien aufnahm und mir natürlich kein Wort glaubte. Meine gute Laune war zur Hölle gefahren, aber ich gab mich nicht geschlagen. Ich ging zur Hauptstelle der Duisburger Verkehrsgesellschaft und erzählte alles gleich noch einmal. Ein kurzer Anruf bei der Störungsstelle bestätigte der netten Mitarbeiterin meine abenteuerliche Oyssee, und so wird mein Bußgeld storniert. So etwas kann wirklich nur mir passieren!
Das wirklich Ironische an der Geschichte ist, dass ich zuhause noch ein Stempelticket hatte, dass ich natürlich erst fand, als ich zurückkam. Und hätte ich nur ca. zwei Stunden gewartet, hätte ich mir auch gleich meine Monatskarte kaufen können... denn da war das Fahrgeld gebucht...
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