Mittwoch, 28. Juli 2010
...oder auch nicht
Gut. Es ist über ein Jahr her, dass ich hier schrieb. In der Zwischenzeit ist Einiges passiert:

- mein Mitbewohner, mit dem ich mich während unserer WG-Zeit glänzend verstand, ist wieder ausgezogen

- ich habe mich verlobt (London. Silvester. Darren Hayes. Sam. Besser gehts einfach nicht^^)

- ich habe meine Abschlussprüfung mit VERKACKTEN 91 Punkten gemacht... man bemerke dazu, dass es ab 92 Punkten eine 1 gibt... jaja, es gibt Sachen, die echt nur, aber auch NUR mir passieren *grins*

- das heisst, ich bin jetzt ganz offiziell "Kaufmann für Bürokommunikation"; und ein recht guter dazu

- ich bin arbeitslos.

Ganz recht. Wer das für ein Paradox hält, den darf ich hier eines Besseren belehren (und ich tue es unaufhörlich, jaja). Da habe ich eine Bomben-Prüfung hingelegt (ohne viel zu lernen, lasst mich ruhig ein wenig angeben) und habe mir - naiv, wie ich offenbar bin - vorgestellt, dass ich drei, vier Bewerbungen schreiben würde und dann die Auswahl hätte. Ha-ha. Eigentlich, wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich sogar gedacht, dass eine einzige Bewerbung ausreichen würde, nämlich für die Firma, wo ich letztlich alle meine Berufspraktika (plus einem ehrenamtlichen Monat in der neuen Geschäftsstelle...) absolviert habe, und das mit erstaunlichem Erfolg. Aber nö. Nicht zuletzt die Loveparade in Duisburg hat dieser Tage bewiesen, dass es in dieser Stadt nur ums Geld geht, und so stehe ich hier und kann nicht anders. So schrieb ich in den vergangenen drei Wochen ungefähr 30 Bewerbungen, kassierte bisher 8 Absagen und arbeite mich, auf privaten Kosten natürlich, durch Spanisch und SAP; man weiß ja nie. Wie sagte meine Mutter so nett? Wenn schon arbeitslos, dann wenigstens hochqualifiziert und in einem Job, der einem Spaß macht. Das meinte der Prüfungsausschuss der IHK übrigens auch, als er mir die 95 Punkte für meine mündliche Prüfung bescheinigte: "Es ist schön, jemanden hier sitzen zu sehen, dem das Ganze Spaß macht." Nicht dass mir das jetzt irgendeinen Vorteil brächte. Es macht einfach Spaß.

Und da war ich natürlich sehr glücklich, als mich eine sehr große, weltweit operierende Firma mit Hauptsitz in New York, Europazentrale in London, Deutschlandniederlassung in Frankfurt und zweigstelle in Düsseldorf anrief, um mich zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. Freudig fuhr ich hin, es lief sehr gut, ich sollte den Job haben. LEIDER aber reicht mein Studium an der Fachschule für Wirtschaft, welches jetzt im August beginnt, nicht für einen herkömmlichen Studentenstatus aus, weswegen ich auch keinen Studentenjob annehmen kann... steuerrechtliche Gründe, Sozialversicherung, das übliche deutsche Blabla. Und so stehe ich hier und... ihr könnt euch den Rest denken.

Bleibt nur noch abzuwarten und zu hoffen, dass sich etwas aus meiner Bewerbungsflut ergibt. Da ich nur Teilzeit arbeiten kann, sind es gerade schätzungsweise 5-10% aller Bürostellen, auf die ich mich bewerben kann. Argh. Schlimm ist, dass ich mich langsam daran gewöhne. Ich habe eine super Struktur in meinem Tag:

7:00 - 7:30 Uhr: aufstehen
7:45 Uhr: N. in den Bus setzen
7:48 Uhr: Kaffee trinken, Rechner anmachen
7:48,5 Uhr (mein Rechner ist schnell!): Stellenanzeigen durchwühlen, ausdrucken
9:00 Uhr: Bewerbungen schreiben
10:00 Uhr: Spanisch lernen
12:00 Uhr: einkaufen oder aufräumen oder ausruhen. Meistens ausruhen.
14:30 Uhr: N. vom Bus holen

[Danach verschwimmt der Tag so ein bisschen. Anfangs fand ich das wirklich deprimierend, aber man gewöhnt sich ja gottlob an alles.]

19:05 Uhr: fernsehen gucken
irgendwann in der Nacht, viel zu spät und doch nicht müde: schlafen gehen.

Man sieht also, das Zuhause-Rumhängen tut mir echt nicht gut. Ich blogge sogar schon wieder *horror*. Hier also mein Aufruf:
Vielleicht kennt Ihr ja jemanden, der einen kennt, der einen verdammt guten Kugelschreiberschwinger und Tastaturflüsterer braucht. Zuschriften bitte unter dauernd@home.de (SCHERZ!). Sachdienliche Hinweise richtet Ihr bitte an diesen Blog hier als Kommentar. Ich habe genug Zeit, allen Spuren zu folgen ;-)

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