Donnerstag, 15. Januar 2009
Telefone und andere Hürden
Guten Morgen. Heute bin ich alleine im Büro. Das heißt, alleine in meinem Büroraum, den der dusselige Praktikant (aka Ich) sich mit einer Kollegin teilt. Prima Sache; online auf GayRomeo, nebenher mal die gestrige Online-Tagesaufgabe der Ausbildung gemacht, mit einer anderen Praktikantin gelabert (Berufsvorbereitendes Soziales Jahr... so leicht überbrückt man eine Zeitspanne von ca. 7 Jahren!), eine Bewerbung zur Unterschrift vorgelegt und einen Nachfassbrief geschrieben (eigentlich heißt er in der Werbung Nachfassbrief und ist das, was jeden Menschen tierisch nervt, wenn er schon ein oder zwei beinahe gleichlautende Werbebriefe im Postkasten hatte und es im Nachfassbrief dann heißt "Wollen Sie denn WIRKLICH auf die Million verzichten, wenn Sie bei uns nicht Mitglied auf Lebenszeit zu einem Monatsbeitrag von NUR 888.575,01 EUR werden?" (...) Ein Nachfassbrief bei uns heißt aber so, weil wir angehende Mitarbeiter daran erinnern, dass sie noch Unterlagen einzusenden haben. Das war so meine Tagesbilanz heute... und ein Anschiss von einer unbedeutenden Mitarbeiterin. Das kam so:

Da ich ja nur Praktikant hier bin, muss ich mich mit dritt-, teilweise viertklassigem Arbeitmaterial herumschlagen. Mein Schreibtisch wackelt, Mousepad und Stiftablage gehören mir selbst, mein Bürostuhl (ergonomisch geformt, aber hallo!) knarrt, und eigentlich kann ich froh sein, dass ich einen Rechner habe und NICHT in Stein hauen muss, oder Internet von vor vier Jahren bekommen habe. Aber der wahre Knaller ist mein Telefon. Sagte ich Telefon? Ich weiß gar nicht, wie man diese Höllenmaschine nennen sollte. Jedenfalls... ein Telefon hat gewisse Attribute. Mit einem Telefon kann man auch auf weite Entfernung mit Menschen sprechen. Gut; kann ich. In einem Büro kann ich eingehende Anrufe auf ein anderes Telefon durchstellen. Kann ich? Nein... hier nicht. Kein Mensch weiß, warum. Zunächst dachten alle (inklusive mir), ich sei zu blöd dafür, aber nein! Klein Joy weiß, wie man durchstellt, aber das System weiß nicht, wer mein Telefon ist. Und das jetzt schon seit zweieinhalb Monaten. Erst habe ich versucht, mich zu weigern, ans Telefon zu gehen. Aber ich musste; keine Chance gegen ein Büro voller schlagfertiger und -kräftiger Frauen *g*. Okay; ich überlegte mir also ein System, nach dem ich jedem Anrufer erzählte, dass die Person, die gesprochen werden wollte, gerade nicht da war, ich aber gern etwas notieren könnte; man würde dann zurückrufen. Gesagt, getan. Heute ist alles anders.

Heute ist meine Kollegin, die eigentlich hier im Raum sitzt, nicht da, und da meinte eine andere Dame, ich könne doch das Telefon der Abwesenden nehmen. "Da musst du mal ein bisschen flexibel sein, das geht so nicht." Flexibel? ICH? Meine Name ist Hase... ich weiß von gar nix. Hat das nicht die letzten zweieinhalb Monate auch ganz gut funktioniert? Wieso zum Donnerwetter soll das ausgerechnet jetzt nicht mehr gehen?

Gut; ich nahm das Telefon, und Durchstellen ist eine tolle Sache! Hätte ich ja nie gedacht! Das ist doch gleich einen Eintrag im Praktikumsbericht wert... nicht wahr?

Schön ist auch, wenn man mit latenter Migräne hier sitzt und oben drüber jemand mit 20er Bohrern die Wand aufstemmt... und meinen Kopf gleich mit...

Ich hätte heute morgen doch zum Arzt gehen sollen *lach*

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