Mittwoch, 7. Januar 2009
Arbeiten auf der Arbeit? Wär toll.
Oh nein, nicht noch so einer. Schon wieder ein unwichtiger Zacken im Zahnrad der Gesellschaft, der tatsächlich glaubt, seine geistigen Ergüsse wären bedeutend genug, um sie der ganzen (nein; der GANZEN!!!) Welt mitzuteilen. Und natürlich möchte das jeder wissen, wie eben jener Zacken aus der Krone bricht, weil er wieder mal im Bett versagt hat, oder wie er sich sein Gehirn wund denkt auf der Suche nach möglichst hochtrabenden Formulierungen, weil man seinen "Lesern" auch was bieten muss. Die Menschen sind schlecht, die Blogger sind gut, weil wir ja über die Oberflächlichkeit der Welt nachdenken und sie öffentlich kritisieren. Ist schon klar.

Nee nee. Hier nich. Also vielleicht doch, man weiß ja nie, was kommt. Eigentlich habe ich diesen (oder heißt es dieses? Bei den verdammten Anglizismen blickt ja keiner mehr durch!) Blog nur aufgemacht, damit es bei mir auf der Arbeit auch mal so aussieht, als würde ich unglaublich viel zu tun haben. Kein Witz... es ist nur zu traurig, um drüber zu lachen.

Das Highlight meines Arbeitstages ist mein 10:40 Uhr Senseo-Kaffee, und DAS hat wirklich etwas zu bedeuten. Für jeden, der sich jetzt wundert, was ich wohl beruflich so mache... nein, ich bin nicht beim größten Arbeitgeber Deutschlands (=Arbeits... ach nee, Bundesagentur für Arbeit^^), ich arbeite in einem stinknormalen Büro eines sozial engagierten Unternehmens. Nur leider bin ich in der Verwaltung... und ein gemeinnütziger Verein hat nicht ganz so viel zu verwalten, schon gar nicht für Praktikanten. Also sitze ich nun hier, würge den Kaffee runter, schaue meine Chefin lieb an, die gerade unser 2-Raum-Büro betrat (meine Augen betteln um Arbeit, aber...nein.), und tu so, als arbeite ich... aber tun wir das nicht immer?!

Ich meine, fangen wir einen ganz normalen Tag an. Morgens aufstehen. Harte Arbeit! Zitternd aus dem Bett steigen, rasend schnell die Hose finden und am besten noch einen Pullover mit Kapuze, alles nicht so einfach für einen glücklichen, weil unordentlichen Single. Dann ab in die Küche, Kaffee machen und dabei den Kater davon abhalten, in den Teeschrank zu klettern... soll das etwa keine Arbeit sein? Ins Bad. Ah Moment. Erst noch die neuen Sachen für heute auf die Heizung legen, dann unter die Dusche. Das ist das erste Vergnügliche an so einem Tag, möchte man meinen. Dann in die vorgewärmten Klamotten, und DAS, Freunde der Sonne, ist nun wirklich der Tageshöhepunkt. Zumindest heute, bis ich meine neue Kreditkarte abhole ^^ Anyway... der restliche Morgen vergeht ein wenig schneller. Kaffee trinken, Sohn zum Kindergarten wecken, in den Bus setzen, selbst die umweltfreundliche und kostengünstige und unpünktliche und schweinekalte Straßenbahn zur Arbeit nehmen, Tasche in die Ecke stellen, Tee machen und den Rechner anschmeißen. Schon ist es vorbei mit der Arbeit, und zwar genau bis zu dem Moment, in dem ich wieder zuhause ankomme. Man, und dabei könnte ich die Zeit zuhause so wahnsinnig sinnvoll nutzen, aber dort habe ich einfach nicht genug davon. Ist das nicht irgendwie eine verdrehte Welt?

Es ist ja nicht so, als würde ich hier gar nichts tun. Dafür, dass ich nur Praktikant bin, habe ich ein paar verantwortungsvolle Aufgaben (nur Kaffeekochen und zum Bäcker gehen darf ich nicht, dafür haben wir schließlich Zivis...). Aber unter "Arbeit" stelle ich mir eben etwas anderes vor. Ein bisschen Stress, anstehende Aufgaben, Dieses, Jenes, Telefonate, Termine... ok, ich darf anmerken, dass ich aus einer Werbeagentur komme. Da läuft das alles etwas anders als im sozialen Bereich. Und jetzt lache ich tatsächlich.

Hätten wir eine halbe Stunde gut überbrückt. Ich gebe mir die Ehre, und Sie beehren mich übermorgen bitte erneut. Da muss ich nämlich wieder arbeiten^^

P.S. Nach Beendigung dieses Eintrages kam die Kollegin aus der Lohnabrechnung rüber. Klein Joy nutzt die Gelegenheit und setzt den gequälten Bettelblick auf... "Gib mir Arbeit!". Es hat funktioniert, ich durfte Abrechnungen einsortieren... das dauerte aufgrund meiner genialen Vorbildung gerade mal sieben Minuten. Bin ich vielleicht überqualifiziert? *denk*... *ach nee, damit sollte ich hier besser nicht anfangen* *lach*

... link (0 Kommentare)   ... comment