Donnerstag, 12. Februar 2009
Von Blocks und Blöggen
Tjaja, so kann das Leben spielen. Wahrscheinlich besser als die deutsche Nationalelf (nein, ich bin nicht schadenfroh, und hm, ich freu mich schon für meinen norwegischen Kumpel Chris...). Aber ob das Spiel des Lebens auch tatsächlich spannender ist, wage ich zu bezweifeln. Man man man. Da steht man energiegeladen auf, hat den Kopf voller Ideen für neue Stories (und zwar richtig gute), kommt zur Arbeit, da ist tatsächlich was im Eingangskörbchen... die erledigte Arbeit von gestern. Zu früh gefreut. Aber hmm, immerhin habe ich es dann doch geschafft, meinen Arbeitstag bis zehn Uhr auszudehnen. Kaum aber sagt 1Live mir, es ist soweit, habe ich mal wieder keine Arbeit her. Glücklich, wer in dieser Situation einen Blog zum Schreiben hat!

Und nicht nur den. Ich werde, dreist wie ich bin, gleich einfach meinen Block auspacken und anfangen, die ersten meiner genialen Ideen umzusetzen. Ein Block besteht, anders als ein Blog, aus aneinandergehefteten weißen Seiten aus Papier. Einigen von euch wird das Teil noch in düsterer Erinnerung sein, als es noch kein digitales Endlospapier gab und wir Schriftsteller uns noch regelmäßig Sehnenscheidentzündungen vom Handschreiben oder Schreibmaschine-Hämmern geholt haben. Jaa, so war das früher... Deutschland hat im Fußball Spiele gewonnen, wir holzten den Regenwald zugunsten der literarischen Ergötzung des Pöbels ab, und von Tokio Hotel hatte noch kein Mensch auf diesem Erdball etwas gesehen, geschweige denn gehört. Was war das noch für eine Welt!

Und heute? Alles ist nur am Jammern. Die Schriftsteller jammern über den Kommerz. Die Musiker übrigens auch (hat das was mit Kunst zu tun?). Den Regenwald dürfen wir nicht mehr abholzen, weil wir die Gorillas schützen müssen, aber gottlob hat Bill Gates uns mit dem anwender- und sehnenscheidfreundlichen Windows gesegnet, da brauchen wir ja keine Stifte und erst recht kein Papier mehr, Hallelulja. Das Elend geht so weit, dass wenn man jemanden fragt, wie es einem so geht, man getrost erst mal Kaffee kochen gehen kann... und die betreffende Person das nächste Mal vielleicht besser bittet: "ok, sag mir, was grad gut läuft in deinem Leben, damit bist du schneller fertig!"

Dabei gibt es soviel Positives zu berichten! Zum einen scheint ab und zu die Sonne, und wenn ich morgens um halb 9 ins Büro komme, ist es schon hell draußen; was mir zwar dauernd das Gefühl gibt, zu spät zu sein, aber wenn ich dann auf die Uhr schaue, freue ich mich, dass ich es nicht bin :-D jaa, und dann gibt es dieses Jahr schön viele Konzerte. Reamonn hatten wir schon, Apoptygma Berzerk ist heute abend dran, und dann schauen wir mal, wer sich noch so nach Deutschland verirrt... :-D
Dann habe ich eine neue Lieblingsband, die ich auf HÖCHST kuriouse Weise kennengelernt habe... und die zufälligerweise mittlerweile sogar hier bekannt wird. Als ich sie entdeckte, kannte sie noch keine Sau, aber nun spielen sie sogar im Radio. Find ich gut... bei Darren Hayes läuft das ja ein bisschen (...) anders...
Jetzt bin ich inspiriert, die Arbeit kann losgehen. Schluss mit dem Blog, ich brauche meinen altmodischen Block; scheiß auf den Regenwald, ich bin eben konservativ^^

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